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Schneewittchen einmal anders konnten die Zuschauer im
großen Pfarrsaal erleben, wo die Schauspielgruppe „Fremdkörper“ mit ihrem
Stück „Schneewittchen und die (fast) sieben Zwerge“ Premiere feierte.
Die Handlung setzt an klassischer Stelle ein: Als die
Zwerge das Durcheinander in ihrer Hütte bemerken, ist es aber auch mit den
Parallelen zur Grimm'schen Vorlage weitgehend vorbei.
Fremdkörper bedient sich sämtlicher Klischees aus der
Märchenwelt und bringt so eine eigenständige, unterhaltsame Geschichte für
Jung und Alt auf die Bühne. Die zeitgemäße, ironisierende und parodierende
Umsetzung wirkt sehr originell, Gags und Pointen sitzen, auch wenn es
mitunter ein wenig durcheinander auf der Bühne zugeht.
Am Ende ist es wie in allen Märchen - das Gute gewinnt.
Schon ein Blick auf den Titel verrät aber auch, dass hier einiges anders
ist. Nicht nur Schneewittchen (Melanie Küpper) ist zunächst überrascht, dass
nur noch vier kleine Minenarbeiter übrig sind. Im Laufe der Geschichte
jedoch wird klar, dass Aline Roullier dank des schizophrenen Charakters
ihres Zwergen-Hundes (Anke/Hasso/Berndt und Nase) gleich vier Charaktere
spielt.
Gekonnt wechselt sie vom kleinen Pudel zur eleganten,
perlenumhangenen Französin, um gleich drauf wieder den Macho Berndt
raushängen zu lassen, der nichts lieber hat, als seine Stampfkartoffeln.
Liebesbedürftig wie ihr Zwergpudel ist auch ihr kleiner Zwerg Anke, der
immer dann zum Vorschein tritt, wenn es ins Bett geht.
Doch was wäre ein Märchen ohne das Böse?
Bei Fremdkörper wird das Böse aber nicht durch den Tod
(Carsten Krüger) verkörpert. Der ist trotz schauriger Beleuchtung und
Darth-Vader-Auftritt viel zu fair und gibt am Ende sogar das Schneewittchen
wieder her.
Zur Erinnerung die Spieltermine aus 2009: 07.03.
19:30h Premiere
08.03. 16:30h Familienaufführung
13.03. 19:30h Aufführung
14.03. 19:30h Aufführung
20.03. 19:30h Aufführung
21.03. 19:30h Dernière mit Aftershowparty |